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Wege aus der Krise: wie dichtende Denker Gesellschaft gestalten

Auffallend viele Klischees

Warum unterscheiden wir so deutlich die Mutter-Sprache vom Vater-Land? Ist das Willkür oder Weisheit? Und weshalb reden wir vom Mutter-Boden aber vom himmlischen Vater? Und wieso kommt mir bei jenen, die in Deutschland die ganze Welt umarmen und durchfüttern wollen, das Bild einer verrückten (männerfeindlichen) Urmutter in den Sinn? Ist hier falsch verstandene Weiblichkeit im Spiel?

Und was ist vom überzogenen Machogehabe des amerikanischen Weltpolizisten zu halten, der (wie G.W. Bush) jeden als Feind betrachtet, der ihm nicht nach dem Mund redet? Und jeden auf den bloßen Verdacht hin foltert, er könnte ein Terrorist sein? Ist es Zufall, dass man im “land of the free” Superman als Idol verehrt, den einsamen, gnadenlosen Rächer? Im Osten aber die Helden der Arbeit preist, eine Mischform aus bäuerlichem Rambo und Mutter Teresa? Wo die Gemeinschaft zählt, die jetzt aber jedem vorschreiben will, wie man sich zu verhalten hat?

Rätsel, die wir lüften werden, beginnend mit der Bitte, vorab diesen Beitrag über typische Eigenschaften von Mann und Frau zu lesen.

Ich wollte dieses so vorbelastete Thema ursprünglich erst später ansprechen, und vorher genügend “Beweismaterial” sammeln. Doch meine Ausführungen entfalten erst durch den Brückenschlag zwischen diesen Symbolen und täglich selbst Erlebtem ihre Wirkung, und deshalb ziehe ich den Moment der Wahrheit vor. Bist Du unvoreingenommen genug für eine neue Sichte der Dinge?

So typisch!

Im Beitrag ist u.a. diese Aufstellung zu finden.

Frau Mann
Sowohl – als auch Entweder – oder
AuflösungStruktur
Synthese Analyse
Bunte, lockere Vielfalt Strenge & Nüchternheit
Lebensnah Abstrakt & Lebensfern

Was manche vielleicht leichthin als lebensfremde Theorie abtun mögen, ist eine sich im Alltag immer wieder bestätigende Erfahrung: Männer neigen zu klaren Entscheidungen und sachlicher Analyse, Frauen zur Wahlmöglichkeit in der Vielfalt und zur Synthese der Gegensätze. Er beharrt auf Prinzipien, sie sucht die Varianten. Das ist eine Tatsache, um die man bei der Werbung genauso weiß wie im Kabarett. Er bringt es auf den Punkt mit Neigung zur Einseitigkeit; sie bezieht gern andere Blickrichtungen mit ein, was leicht in ewig kreisende Gedanken mündet. Punkt und Umkreis also, ein Motiv, das noch eine große Rolle spielen wird.

Ich kann mir eigentlich nur zwei Gründe denken, die offensichtlichen Unterschiede zu ignorieren oder gar zu leugnen: ideologische Voreingenommenheit oder Abwehr auf Grund der Vermutung, man solle dadurch in eine Rollenschublade gesteckt werden. So ist es aber keinesfalls gemeint. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Beschreibungen

…differenzieren wir hier zwischen dem Menschen, und dem geschlechtsspezifischen Körper- und Seelenkleid, in dem dieser hier auf Erden spazieren geht.

Selbstverständlich setzt das die Offenheit für die Idee von Reinkarnation voraus, also dass wir aus einer geistigen Welt in diese Körper kommen. Wer das zu denken vermag, wird irgendwann mit neuen Augen in den Spiegel blicken – und zwischen ICH und dem Körperkleid differenzieren. Genauso, wie man das normalerweise auch bei einem Auto macht, auch wenn manche sich mit den PS oder dem schicken Lack ihres Gefährtes identifizieren mögen.

Spätestens, wenn der Lack im Alter Risse bekommt, kann man Eitelkeiten ablegen und nüchtern konstatieren: dies ist mein Körper- und Seelenkleid, mit dem ich die Erdenreise unternehmen muss; je nach Ausstattung ist es ein Porsche, Geländewagen oder ein Transporter – und das nehme ich einfach als Tatsache hin.

Von seelischen Kräften

Der Fahrer kann erstmal nichts dafür, dass die Fahrzeuge unterschiedliche Eigenschaften haben, auch wenn jeder gern den Porsche hätte. Doch wer transportiert dann die Brötchen und Kartoffeln? Für ein gelungenes Zusammensein braucht es ja nicht nur die Brillianten und Witzigen, sondern auch die Tiefgründigen, die Tatkräftigen usw. Der Zweck, für den unsere Erdenkostüme geschaffen wurden, ist halt ein anderer, und in diesem Sinne wollen wir hier über Frau und Mann, oder weiblich-männliche Eigenschaften reden.

Nur wer als Mann anerkennen kann, dass er prinzipiell anders “tickt” als Frauen und umgekehrt, kann sich nach dem Sinn der Verschiedenheit fragen. Erst wer sich nicht mehr mit seinem Körper- und Seelenkostüm identifiziert, wird nüchtern genug, um es zu studieren.

Ein gutes Beispiel sind die berühmt-berüchtigten Waffen der Frau.

Sie trägt da etwas mit sich spazieren, das auf das andere Geschlecht eine nicht zu leugnende und oft verheerende Wirkung ausübt. Frauenmenschen, also Menschen im Gewand einer Frau, sind im Besitz von hoch wirksamen Kräften – doch die Frage ist, ob diese als Waffe gedacht sind? Je nach Absicht und Betonung kann ein Witz die Atmosphäre lockern oder – mit spitzer Zunge gesprochen – seelische Wunden reißen. Genauso können die scharfen Reize der Frau, von Liebe umhüllt, zum sanften Liebreiz werden. Ein wichtiges, weil nie gelehrtes Thema, das hier nur angerissen werden kann. Der Grundgedanke dürfte aber klar sein.

In dieser Sichtweise erweist sich – je nach Kontext – die Neigung der Männermenschen zu klaren Entscheidungen im entweder-oder mal als Segen, mal als Fluch. Manchmal muss man etwas so stehen lassen, damit es reifen kann, dann wieder tun Entscheidungen not.

Die Kunst solcher Unterscheidung gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten des Souveräns!

Wie im Kleinen…

Halten wir fest: mit der typischen Art von Männer- oder Frauenmenschen sind Kräfte verbunden, die Denken und Fühlen auf eine ganz typische Weise beeinflussen und nach außen Wirkung entfalten. Welche, ist situationsabhängig. Von solchen (Ur-) Kräften, über die wir hoffentlich richtig verfügen, erzählen Szepter und Reichsapfel, nicht vom dem, wie Männer- oder Frauenmenschen heute auftreten mögen. Sie meinen Weltenkräfte, die im großen Maßstab und im Zusammenspiel die Schöpfung bewirken.

Eine Form besagter Weltenkräfte haben wir ständig vor Augen, und zwar als Plus- und Minuspole.

Warum sich diese an einem Magneten ausbilden ist bis heute unbekannt, und deshalb hinterfragen wir diese scheinbare Banalität nicht. Welche Bedeutung die Kooperation von Herrn Plus und Frau Minus aber hat, kann einem am Magnetfeld der Erde klarwerden.

Ist unsere Erde vielleicht doch kein Trafo, wie uns die Wissenschaft erzählt, sondern lebendig und beseelt? Werden wir geschützt, und zwar durch die aktive Arbeit geistiger Wesen? Wandert deshalb der magnetische Nordpol so munter in der Landschaft herum wie Pilger auf dem Jakobsweg? Dann wären Dank und Demut angebracht, die guten Freunde des Wahrheitssuchers. Auch sie schützen uns, nämlich vor dem stets drohenden Abrutschen in Überheblichkeit und vorschnelle Urteile.

Wichtig ist noch, dass wir nicht (mehr) rein männlich oder weiblich sind, weil jeder auch die jeweilige Gegenkraft kennt – gut genug, um mit der “Gegenseite” ins fruchtbare Gespräch und ein Miteinander zu finden.

Wenn sich die Pole ergänzen, dann fruchtet es, im anderen Fall sprühen die Funken bis hin zur Explosion. Verständnis ist der Schlüssel, von sich selbst und anderen, und weil es fehlt, bekriegen sich die Geschlechter wie die Völker. Der Krieg wird erst durch die tief empfundene Einsicht enden (und nicht durch Gesetze), wenn wir andere als Träger von Kräften und Begabungen anerkennen und zu bewundern vermögen, die uns selbst fehlen. Dieses Motiv wird beim trauten Gespräch sich liebender und einander wertschätzender Eltern wieder auftauchen.

Falls noch nicht geschehen, lies bitte jetzt den Artikel, und zwar wie ein Wissenschaftler bei der Untersuchung einer unbekannten Spezies. Lies ihn so, dass Du es mit eigenen Erfahrungen und intimen Erlebnissen verbinden kannst, wenn künftig von männlich-weiblich oder dem Vater- und Mutterprinzip gesprochen wird.

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Bevor ich die Soziale Dreigliederung in der allgemein bekannten Form vorstelle, möchte ich unserer Standortbestimmung einen Rückblick auf die alte Ordnung an die Seite stellen.

Wie war das früher und warum? Was hat sich bis heute erhalten, und wie war es ursprünglich gemeint? Das Endziel ist, die Grundprinzipien herauszuarbeiten, damit sie uns bei konkreten Fragen der nötigen Neugestaltung der Gesellschaft und von uns selbst (!) sichere Wegweiser sein können. Damit wir uns nicht in Abstraktionen verlieren, werden wir von Begriffen und Aspekten ausgehen, die jeder kennt und mit denen er persönlich Erlebtes verbinden kann. Dazu dient die Schilderung der alten, aber immer noch gegenwärtigen Welt.


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Thomas C. Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

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Jürgen Elsen - 3. Mai 2020

“..Man kann nicht gleich an Institutionen gehen, man kann nicht gleich neue Einrichtungen pflegen, sondern es handelt sich darum, dass möglichst viele Menschen sich finden, in deren Erkenntnisfähigkeiten diese Dinge drinnensitzen, dann wird man mit diesen Menschen Institutionen bilden können.” (GA 196)

R.S. spricht darüber 1920 – also vor 100 Jahren.
Sind heute irgendwo diese – letztenendes organisational wirkende Institutionen im Sinne des von Steiner gemeinten Kontextes von Menschen gebildet worden ?

Ich kann keine sehen. Das einzige, was mir dazu einfällt ist mal wieder das KRD und schade, daß hier geschaffene – natürlich noch in den Anfang steckende Institutionen, die den Menschen im Sinne des obigen Artikels im Mittelpunkt haben – gerade von denen, die schon 100 Jahre über so etwas debattieren nicht mit weiterentwickelt werden …

Woran liegt das? Was stimmt denn nicht? Was braucht es denn noch?

Reply
    Thomas C. Liebl - 3. Mai 2020

    Danke für Antwort, Jürgen!

    Nein, die Institutionen sind nicht gebildet worden, oder besser der Staat nicht dreigegliedert. Der Grund dafür liegt m.E. im Zitat. Es haben sich eben zu wenig Menschen gefunden, die “diese Dinge” verinnerlicht haben. Wer das tut, muss staatliche Bevormundung in Bildungs- oder Gesundheitsfragen (!) vehement ablehnen. Aber genau das erlebe ich bei sehr wenigen. Da haben Dichter noch Emanzipations vor sich, wie ich schrieb, und Denker Befreiungsarbeit.

    herzlich
    Thomas C.

    Reply
Jürgen Elsen - 13. Mai 2020

Danke, Thomas – natürlich auch wieder für Deine anregenden Texte, Deine Zeit und Aufwand …. !

Wie Du schon sagst: es haben sich zu wenige Menschen gefunden, die … VERINNERLICHT haben…

Bei mir bedeutet Verinnerlichung eben auch das Einschließen von Willensenergie (= Tat).

Der “Moll-Schritt” der Verinnerlichung ist nur die eine Seite, darauf folgt der “Dur-Schritt” der Tat.

Und deshalb reicht es auch nicht “irgendetwas” – ja meist wohl gedanklich und verbal – abzulehnen (wie Du schreibst), sondern es müssen DAZU dann auch Schritte manifestiert werden.

Sonst kommt es eben nicht zu den Einrichtungen (“Dur-Manifestationen”), selbst, wenn Menschen da sind, die schon schön “mollig” sind und das überall hintönen 😉

Wir können uns ja jetzt alle “corona-bewähren”. Ich setze nirgendswo eine Maske auf, sondern ein freundliches Lächeln.

Falls ich des Hauses (Geschäft) verwiesen werden, komme ich dem natürlich nach, aber nicht ohne entsprechende “Belehrung”, nach dem Motto: Sie müssen das nicht tun !!! 😉

herzliche Grüße und weiterhin viel Energie und Wohlwollen

Jürgen

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