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Warum passiert mir das? Über Wiedergeburt und Schicksalsbande

Beziehungen verstehen und gestalten

Gibt es Wiederverkörperung? Waren wir schon öfter hier, in anderen Körpern, Zeiten und Kulturen? Und warum hängt die Zukunft davon ab, das zu wissen? Zeit für eine wertvolle Wissensperle.

Wichtige Vorbemerkung
Ich bin kein lebensfremder Esoteriker, sondern schreibe dies im Wissen um aktuelle Entwicklungen. Manche ahnen, welcher Horror mit 5G oder der geplanten Roboterisierung der gesamten Gesellschaft auf uns zukommt. Das Warum bleibt aber unklar. Kennt man jedoch die hier geschilderten spirituellen Hintergründe, sprich die Grundmotive des Daseins, wird sowohl die Quelle als auch das wahre Ziel dieser „Maßnahmen“ klar. Augenöffnen ist das Gebot der Stunde.

Reinkarnation im Mainstream

Mit Wiedergeburt verbinden viele die (falsche) Vorstellung von göttlicher Strafe für moralische Verfehlungen, oder dass man in Tierform wieder erscheinen könne. Andere fühlen sich vom Krimiaspekt angezogen, also spannenden Geschichten über das Wiedererkennen von Orten oder Personen, die der Betreffende aus diesem Leben nicht kennen kann. Auch detailreiche (Alp-) Träume von Schlachtszenen oder einer Hinrichtung könnten durchaus mit Erinnerungen aus früheren Leben erklärt werden.

Doch um all das geht es hier nicht, sondern um kaum bekannte Aspekte des Reinkarnations- und Karmagedankens und ihre überragende Bedeutung für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Dieses neue Wissen verdanken wir Rudolf Steiner, und ich bin sehr froh, schon in jungen Jahren darauf gestoßen zu sein. Ich möchte erzählen, wie seine Darstellung von Karma und Wiedergeburt (im Gegensatz zur indischen Lehre) mein Leben bereichert, wenn nicht gar gerettet hat.

Für viele ist das Leben ja kaum zu ertragen, einfach weil mit Schulwissen allein all die Irrungen und Wirrungen der heutigen Zeit unverstanden und sinnlos bleiben müssen – im Privaten wie im Großen. Die Sinnfrage bleibt unbeantwortet, es sei denn, man verfügt über das hier geschilderte Wissen. Mein Anliegen ist nicht, Wiedergeburt und Karma zu beweisen, oder welche Version nun die richtige ist.

Ich möchte lediglich zur eigenen Überprüfung anregen, ob die Unverständlichkeiten des Lebens aus der geschilderten Perspektive mehr Sinn ergeben als ohne sie.

Warum finden wir denn manche Menschen so magisch anziehend, während uns andere vom ersten Augenblick an unsympathisch sind? Warum hat der eine ständig Pech, der andere Glück? Und weshalb erweisen sich Lebenshindernisse oft als Helfer?

Mit solch persönlichen Fragen begann mein Erkenntnisweg, der mich schnurgerade zu größeren, sprich menschheitlichen Fragen führte. Hinter den Kulissen des Daseins, und unter der Oberfläche unseres Alltagsbewusstseins geht so manches ab, viel mehr und Wichtigeres, als sich der sexfixierte Herr Freud träumen ließ. Von dort kommt z.B. der Antrieb zur Globalisierung. Beginnen wir im Plauderton.

In der falschen Familie gelandet

Seit meiner Kindheit hatte ich das Gefühl, in der falschen Familie geboren zu sein. Das wurde mir jedoch erst bewusst, als ich mit 22 Die Einweihung von Elisabeth Haich las. Ich war nie auf die Idee gekommen, mich nicht als „Produkt“ meiner Eltern zu verstehen. Und ich hatte auch nie darüber nachgedacht, dass ICH von woanders her in diese Familie und diesen Körper gekommen sein könnte; als ich aber darüber las, leuchtete es mir sofort ein.

Meine Heimat ist woanders.

Irgendwie passte ich nicht in diese Familie mit ihrer einseitigen Begeisterung für materiellen Wohlstand. Mein Horizont war irgendwie größer. Häuser, Autos, Urlaube – das konnte es doch nicht gewesen sein. Das fühlte ich ohne es zu verstehen, und so zog es mich weg, meinen Weg und die Meinen zu suchen. Bei E. Haich von sich wiedererkennenden Schicksalsgefährten zu lesen, deren Bande in jenen fernen Zeiten geknüpft wurden, als in der Großen Pyramide noch Einweihungen vollzogen wurden, das erwärmte auf eigenartige Weise mein Herz. Ein Horizont wie dieser, der viele Leben, Kulturen und Zeitalter umfasste, war eher der meine.

Ob die Geschichten stimmten war mir weniger wichtig, als solche Weite des Bewusstsein überhaupt für möglich zu halten. Es passte einfach zu meinen Empfindungen, und erklärte dieses sich Fremdfühlen in einer Gesellschaft, wo der Konsum des Augenblick so hohen Stellenwert hat. Es macht ja einen Unterschied, ob man sich als Eintagsfliege empfindet (du lebst nur einmal…), oder als jemand, der Erfahrungen vieler Leben in sich trägt. Je nachdem wird man andere Wege gehen und passende Ziele wählen. Das Wohin kannte ich nicht, nur dass es jenseits der kleingeistigen Enge meiner „Familie“ lag.

Ich liebte meinen Großvater, weil ich in ihm einen verwandten Geist spürte. Doch wenn zu Weihnachten wieder die Geschenke zu Pyramiden aufgetürmt wurden, und alles erwartungsvoll auf den Kleinen blickte, wie er sich wohl freuen würde angesichts der Pracht, machte sich Enttäuschung in mir breit.

Ich weiß noch genau, dass ich das entzückte Kind bewusst spielte, weil ich insbesondere den Großpapa nicht enttäuschen wollte. Wie konnte sich sein großer Geist nur vom falschen Glanz der Konsumtempel fangen lassen? Erinnerte er sich nicht mehr an die Großen Pyramiden und die spannenden Lektionen in der Tempelschule? Als das Leben noch Bedeutung und Größe hatte, und wir mit den Göttern tanzten?

Nur mal eingestreut
Ist es nicht merkwürdig, wie unwiderstehlich es viele von uns zur Weltmusik und in ferne Länder zu anderen Kulturen zieht? Regt sich da nicht leise ein Heimatgefühl und Wiedererkennen, zumindest abseits der Bettenburgen für Pauschaltouristen, wenn man wirklich eintaucht in den Puls des scheinbar fremden Lebens?

Wissen aus der Zukunft

Nun, solch ahnende Gefühle verglommen wieder. Kurz lebten sie nochmal auf in einer tief empfundenen Freundschaft, die aber merkwürdig schal zu Ende ging. Ich vergass die Sache mit den vielen Leben bis zu jenem folgenschweren Satz, dem Rat einer geschätzten Lehrerin zur schwierigen Beziehung mit meinem Vater.

„Kinder kommen für ihre Eltern“, so meinte sie lapidar und ohne die Spur eines Zweifels.

Den hatte ich auch nicht. Mit absoluter Gewissheit wusste ich, dass hier die Erklärung für meine Beharrlichkeit lag, die väterliche Lebensphilosophie nicht anzunehmen. Ein weitgereister, kluger und bemerkenswerter Mensch, der sich aber schwer tat, die Größe anderer und deren Unterstützung anzuerkennen. Er schrieb sich alles selbst auf die Fahne. Ein typischer Egoshooter, der im Rahmen der heutigen Welt alles richtig machte und für Härte mit Wohlstand belohnt wurde.

Doch ich wusste tief drin, dass dieser Weg veraltet ist, weil nur Verständnis und Anerkennung uns künftig weiterbringen. Dieses Wissen brachte ich – wie alle neuen Generationen – aus der anderen, der vorgeburtlichen Welt mit, wo man anders auf Sinn und Ziel des Menschseins blickt. Zum Glück wurde es bestätigt, sonst hätte ich es vielleicht für Spinnerei gehalten und mich ins System gefügt.

Wer lebt in diesem „Kind“?

Den gleichen Satz hörte ich nochmal, und zwar von der Mutter meines Erstgeborenen: „Er ist für Dich gekommen“, meinte sie ganz nebenbei in mütterlicher Hellsichtigkeit. Natürlich kann man das als romantische Gefühlswallung und Spekulation abtun, aber wieder spürte ich, dass es die Wahrheit ist. Nur jetzt war ich der Vater und geprüft, die Lektion zu akzeptieren.

Wegen dieses Satzes habe ich beide Söhne, an denen ich Wichtiges lernen durfte, immer mit Achtung und Respekt behandelt.

Vielleicht waren sie einmal meine Lehrer in alter Zeit, und viel weiser als ich? Und sind es noch? Ich gab Rat, wo er gesucht wurde, maßte mir aber nie an, ihren Weg besser zu kennen als sie selbst. Kurz: ich vertraue ihnen, auf das, was aus ihnen werden mag. Eine kostbare Lebenslektion, auch für andere Begegnungen.

(S)Explosion als Welterklärung

Wer sich mit dem Gedanken einer Seelenwanderung schwer tut, sollte sich klar machen, dass keineswegs erwiesen ist, dass es sie nicht gibt. Auch der Darwinismus (siehe hier), an den heute so viele „glauben“, ist eine unbewiesene Theorie, der Versuch einer Welterklärung. Sie wird vor dem Hintergrund verständlich, dass man der Kirche endlich die Erklärungshoheit nehmen wollte und musste, die sich als alleiniger Kenner und Übersetzer göttlichen Willens aufführte. Die Macht der Institution Kirche zu brechen war richtig, nicht jedoch, Gott und die geistige Welt gleich mit abzuschaffen. Da wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Was trat als Welterklärung denn an die Stelle blinden Glaubens?

Ein anderer, nur wissenschaftlich genannter Glaube, nämlich dass alles mit einem Knall entstand, sich Seelisches aus (niederen) sexuellen Motiven erklärt oder aus wirtschaftlichen Einflüssen. Was uns im Herzen bewegt wäre demnach das zufällige Produkt äußerer Faktoren, und damit eine Programmierung. So etwas wie mitgebrachtes Zukunftswissen oder überpersönliche Lebensmotive können folglich nur Einbildung sein.

Den Gedanken wiederholter Leben einfach mal probehalber zu bewegen, der einen unsterblichen Geist voraussetzt, taucht vieles in ein überraschend sinnvolles Licht.

Liebet eure Feinde

Da war z.B. dieser Mann im Zivildienst, der mich aus unerfindlichem Grund auf dem Kieker hatte. Ich hatte ihm nichts getan, aber ständig piesackte er mich. Bis ich eines Tages aufbegehrte, mich vor dem einen Kopf Größeren aufbaute und ihm die Meinung sagte. Er lächelte nur, ließ mich aber fortan in Ruhe. Was auch immmer in ihm vorging: ich hatte einen wichtigen Schritt gemacht, und zwar durch ihn.

So rückte zum einen das Thema Lebenslektionen in mein Blickfeld, also dass wir offenbar manches so lange serviert bekommen, bis die Entwicklung vollzogen ist. In diesem Fall ging es wohl um Standhaftigkeit, Mut, und Angstüberwindung. Doch das Zweite und Entscheidende war, hier geheime Bande zu vermuten – also eine Verschwörung nach heutigem Vokabular! Könnte es sein, dass dieser Mensch mir zuliebe so abweisend war?

Dass er als Feind auftrat, um mir zu Mut zu verhelfen, und zwar aufgrund einer Vereinbarung, die wir vor diesem Leben getroffen haben?

Könnte dieses wandelnde Ärgernis auf einer höheren Ebene mein Freund sein, sogar mehr Freund als jene, mit denen man sich gut und reibungslos versteht? Ein Mitverschwörer und Bündnispartner in Sachen Entwicklung, um den Thomas in die Spur zu bringen? Absurd!, würden viele wohl aufbegehren, was aber vor allem mit der Art unserer „Bildung“ zu tun hat.

Ich bin halt, wie ich bin?

In der Tiefe unserer Seele wird ja manches vermutet, aber mit Sicherheit kein selbstloser Impuls zu seelischer Entwicklungshilfe (tatsächlich handeln Menschen recht häufig gegen ihren Vorteil!). Abgesehen davon gibt es für Mediziner und Psychologen sowieso keine Seele, zumindest nicht im Sinne einer unsterblichen, sich immer neu verkörpernden Individualität.

Schon gar nicht akzeptabel ist die Annahme, diese könnte sich entwickeln wollen. Das hieße ja, mit sich und dem Status Quo unzufrieden zu sein. „Ich bin eben, wie ich bin, und jenseits der Dreißig ist Veränderung eh unmöglich!“. So tönt es ja aller Orten, und deshalb gilt Veränderungswilligkeit als Lebensprinzip geradezu als Krankheit. Nun, ich hatte nie Mühe mit solchen Gedanken, und es enttäuscht mich zu hören, ich „sei ja ganz der Alte“ geblieben.

Das verdanke ich der Scham!

Durch Fremdgehen hatte ich mich derart in einer Lügengeschichte verwickelt, dass ich kaum noch in den Spiegel schauen mochte. Mein Gewissen regte sich, und deswegen änderte ich den Kurs. Ich wollte jemand werden, dem man bedingungslos vertrauen kann, und diesen Impuls verdanke ich einem Menschen, der unter meiner Lügerei zwar litt – aber auffällig schnell darüber hinwegkam. Das bestätigte mich in der Annahme, dass es auch hier um Hilfestellung ging.

Aufgabe erledigt und nun zieh deiner Wege! Viele Begegnungen, mögen sie auch bewegend sein, haben solche Hintergründe. Hier ist es berechtigt, von Lebensabschnittsgefährten zu sprechen.

Flammende Gefühle und ein guter Rat

Solche Schicksalsverkettungen im Hintergrund anzunehmen half mir zu erklären, was sonst unverständlich bleiben muss – wie die heftige Leidenschaft, die ich für H. empfand, damals in Studentenjahren. Und warum es so enttäuschend endete. Da kreuzen sich Blicke in einer Bar, und wie ferngesteuert trudelt man aufeinander zu und liegt sich in den Armen. Das war wirklich faszinierend, aber woher kommt es? Reagiert da nur mein Körper auf irgendwelche Duftstoffe, wie die Verhaltensbiologen glauben? Doch warum fühlten sich dann beide tief in der Seele berührt? Woher der Eindruck des Wiedererkennens, die Vertrautheit?

Und woher die Konflikte aus heiterem Himmel, als setzte man einen Streit nur fort – damals wie heute unlösbar?

Diesen Eindruck „alter Wäsche“ hatte ich oft, und deshalb leuchtete mir der Rat von Wolfgang Gädeke ein, auf solch heftiger Sympathie bloß keine Beziehung zu begründen. Die Antipathie lauert nämlich gleich um die Ecke. Alte Wäsche wäscht man lieber woanders als im Bett, und teilt dieses lieber mit jemandem „Neutralen“.

Ich fand es äußerst bereichernd, Anziehungen nicht als Ruf nach Romantik zu sehen, sondern rein als „beschäftige dich mit diesem Menschen, aber mit freundschaftlicher Zuneigung“.

Insbesondere wo man von jemandem träumt, kann man sicher sein, dass eine Verbindung besteht. Da will entweder etwas erlöst werden, oder, noch viel wichtiger, ein früher geknüpftes Band seine Bestimmung finden.

Jeder kennt ja das Gefühl des „was kann ich alleine schon machen?“. Doch stell Dir vor, dass Du gar nicht allein bist, weil Du Dich vor diesem Leben mit vielen Seelen zur Arbeitsgemeinschaft verabredet hast. Die Vielen finden sich aber nicht, weil spontane Sympathien missdeutet und rein persönlich interpretiert werden. Noch mehr gilt das für spontane Gefühle der Ablehnung, die keine Aufforderung zum Mobbing sind, sondern ebenfalls zur fragenden Zuwendung.

Nichts wird vergessen

Nach meiner Erfahrung setzt die Bereinigung von Konflikten große Kraft frei. Überall treffen wir ja auf Leute, die wir nicht mögen, doch halten beide die Abneigung aus, und nähern sich an, ergibt sich oft eine besonders intensive Verbindung. Das ist nicht so leicht und angenehm wie mit spontanen Kumpels, hat dafür aber umso mehr Potential!

Es ist eine ungeheure Verschwendung karmischer Ressourcen, dass wir Befremdung ausweichen, statt dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Außerdem erzeugt jeder ungelöste Konflikt neue Schuldenberge! Viele Konflikte werden heute ja nicht gelöst, sondern einfach unter den Teppich gekehrt. Ist das schwarze Schaf erst rausgemobbt, scheint die Sache erledigt, doch Pustekuchen! Wir können uns darauf verlassen, dass man sich mindestens zweimal sieht, und vielleicht erst im nächsten oder übernächsten Leben die Rechnung für nicht gesühntes Unrecht präsentiert bekommt.

Durch Untersuchungen von Familiengeschichten, z.B. im Rahmen von sogenannten Aufstellungen, ist inzwischen klar, dass unter den Teppich gekehrte Geheimnisse dort weiter rumoren, und sich seelisch auf die Nachkommen auswirken.

Sünden vererben sich und manche Krankheit hat ihre Ursache in der Vergangenheit!

Schicksal ist etwas Reales, und unsere Seelen bleiben über den Tod hinaus miteinander verbunden – im Guten wie im Schlechten. Gehen wir einen Schritt weiter.

Warum passiert mir das?

Hatte Scham mich auf den Weg der Selbstentwicklung gebracht, so stieß eine Pleite mit ca. 30 Jahren den nächsten Schritt an. Alles, so schien es mir damals, hatte sich gegen mich verschworen. Statt mit eigener Bewegungspraxis auf Erfolgskurs zu sein, frei und finanziell unabhängig, stand ich mit zwei Kindern da, einer zerrütteten Ehe und Schulden. Wie war ich da nur reingeraten? Und warum ich? Fragen, die wir uns alle stellen, und die uns zu einer wichtigen Gesetzmäßigkeit führen.

„Befiehl Du Deine Wege“ heißt ein schönes Lied von Bach, das man auf zwei Arten deuten kann.

  • Weil nur der Chef da oben weiß, was richtig für mich ist, gebe ich die Verantwortung an ihn ab.
  • Oder man lauscht Rudolf Steiner mit seiner differenzierten Schilderung der geistigen Welt, wo es nicht nur Gott und viele Arten von Engeln gibt, sondern auch ein höheres Ich.

Wenn wir im Alltag „Ich“ sagen, spricht i.d.R. nur unser kleines oder niederes Ich, auch Ego genannt. Darüber steht aber ein weiseres und höheres Ich, und von ihm geht der Wunsch zu Inkarnation und Schicksalerfüllung aus. Der eigene Wunsch zu einer neuen Verkörperung, um neue, lehrreiche Lebenswege zu beschreiten und Schicksal zu erfüllen, er treibt uns in dieses Leben. Darüber lohnt sich zu meditieren. Es sind nicht Vater und Mutter, die ein Kind erzeugen, denn ohne den Wunsch der betreffenden Seele, hierher zu kommen, würde es nicht fruchten.

Dein Wunsch, liebe Leserin und Leser, wieder hier auf Erden zu wandeln, der brachte Dich hierher, und die Eltern bereiteten nur das Tor.

Wir werden nicht dazu gezwungen, sondern tun es aus freien Stücken, um uns zu entwickeln. Wir alle wollen werden, was man „Krone der Schöpfung“ nennt. Krankheit, Schmerz, Verlust und Widerstände sind dabei willkommen, eben alles, was uns zur Entwicklung aufruft. Glück oder Gesundheit sind nicht das Ziel, sondern nur ein Bonus, ein Zeichen, dass man jetzt oder früher etwas richtig gemacht hat.

Ich bin meines Glückes Schmied

Stell Dir vor, sagt Rudolf Steiner, dass Dein höheres Ich genau weiß, wohin es will und alles dafür tut, die Lebenswege entsprechend zu lenken. Nicht Gott, Du selbst!

Gerade wo wir z.B. durch einen Unfall oder Jobverlust einen bestimmten Weg nicht weiter verfolgen können, mag es dem Ego nicht behagen, dem höheren Ich aber schon. Wie oft blicken die Leute zurück, und bedauern diese oder jene Entscheidung. „Ach hätte ich nur, dann wäre ich heute dies und jenes.“ In Wirklichkeit sind wir immer genau dort, wo wir sein sollen und selbst wollen – natürlich im Rahmen der durch das Menschheitskarma gegebenen Möglichkeiten, aber dazu kommen wir noch.

Sieh auf nicht auf die Niederlagen, sagt Rudolf Steiner, sondern was daraus an Gutem und an Fähigkeiten in Dir gewachsen ist, und sei es „nur“ Geduld.

Stell Dir alles als nötig und selbstgewollt vor, was Dich dorthin geführt hat. Wer das tut, dessen Blick auf das Leben verändert sich radikal. Auch und gerade der Verlust von geliebten Menschen durch Trennung oder gar Tod ist einer der größten Entwicklungshelfer überhaupt, weil man dadurch Gelegenheit hat, sich die Sinnfrage zu stellen. Auch wenn das Ego das nicht glauben mag: nicht selten opfert sich ein Mensch, und nimmt Krankheit und frühen Tod auf sich, nur um einem anderen zu helfen.

Menschen können sich in schier unglaublicher Weise zum Guten wandeln, und fast immer stehen Schicksalsschläge Verlust, Gefängnis etc. am Anfang. Blickt man in ruhiger Stunde dann zurück, kann Dankbarkeit für das keimen, was im ersten Moment nur Ärgernis war. Ich habe das gewollt, nicht der liebe Gott, das ist ein Aspekt der wichtigen Erkenntnis, um die es hier geht. Ganz nebenbei klärt sich die Frage, warum Gott denn all das Leid in der Welt zulässt. Ganz einfach: ohne Leid keine Entwicklung.

Der zweite, bereits angedeutete Aspekt lautet: Entwicklung ist nur gemeinsam möglich.

Die Reise des Helden

Der herrschenden Lehre gemäß halten es viele für völlig normal, ihren Erfolg auf Kosten anderer zu suchen. „Es ist nicht genug für alle da“, so heißt es, „und da muss so mancher Schwache halt auf der Strecke bleiben.“ Na klar, wenn jeder zwei Autos, Haus mit Swimmingpool und jeden Tag Fleisch möchte, dann wird es tatsächlich knapp. Diese darwinistische Sicht vom Überleben des Stärkeren berücksichtigt erstens nicht, dass der Sinn des Lebens nicht Lustgewinn oder Prasserei ist, sondern spirituelle Entwicklung; und zweitens, dass der Schlüssel zu solcher Entwicklung auf viele verteilt ist.

Jeder kann zu seinem Glück und innerem Ziel nur durch und mit anderen finden, so lautet das Gesetz!

Das ist wie in den Mythen, wo ein Zeichen der Macht in viele Teile zerbrochen und in alle Welt verstreut wird. Diese muss der Held wiederfinden, und viele Abenteuer bestehen mit ebensovielen Teilnehmern am Spiel. Ohne andere, die ihn fördern oder hemmen, käme er nicht weiter. Dieses Motiv liegt übrigens zahllosen Videospielen zugrunde. Dort akzeptieren wir es ganz selbstverständlich, im realen Leben aber kaum. Da grenzen wir uns nämlich aus, und verweigern so einander die dringend benötigten karmischen Hinweise.

Auf geheimnisvolle Weise ist unser Schicksal mit dem anderer verknüpft, was uns zum Merksatz führt: die Stimme Deines Schicksals spricht aus dem Mund von anderen.

Wenn Du im Leben nicht weiter weißt und wohin der Weg jetzt gehen soll, dann, so ein guter Rat, höre auf Fragen! In den beiläufigen Fragen an uns verbergen sich Hinweise zur nächsten Etappe der Schatzsuche. „Hast Du schonmal daran gedacht…?“ oder „Was ist denn eigentlich aus dem Plan geworden…?“ So etwa.

Ich bin Teil eines größeren Spiels

Jeder trägt im Unterbewusstsein das Wissen, wo es für seine Schicksalsgefährten weitergeht, und deshalb ist es äußerst unklug, sich nur mit seinen „Buddies“ zu umgeben, also Menschen, die einem angenehm sind. Der Postbote oder die Bettlerin an der Ecke könnten den nächsten Hinweis bereit halten, wo der Lebensfaden weiterläuft.

Deshalb sollte man sich von der Oberfläche nicht täuschen lassen.

Das gilt, man merke auf, natürlich nicht nur für Menschen aus dem eigenen Kulturkreis oder mit der gleichen Hautfarbe! Ein kleiner Satz, der uns direkt zu den großen Problemen unserer Zeit bringt.

Die Vorstellung einer lebenüberspannenden Freundschaft ist tröstlich angenehm, und da fällt es leicht, mit Wiedergeburt zu „liebäugeln“. Schwieriger wird es bei der Öffnung für den zunächst unsympathischen Kollegen. Aber all die „Fremden, Abartigen und Idioten“ da draußen ebenfalls als Verwandte zu empfinden, über die man viele so oft schimpfen hört, das ist richtig schwer. Hier zeigt sich, ob jemand nur ein wenig Karmakrimi will, oder sich auf den Karmagedanken wirklich einlässt.

Woher die Wut?

Damit kommen wir zu weiteren, höchst bedeutsamen Konsequenzen des Wiederverkörperungs-Gedankens. Im 20. Jhdt. gingen die Völker der Welt ja aufeinander los, und es wurden zahlreiche Genozide verübt. Ob die einen nun Juden hassten, Türken die Armenier oder Japaner Chinesen:

Letztlich waren alle von der gleichen Annahme inspiriert, nämlich Psyche und Charakter eines Menschen seien genetisch bedingt – und manche eben „enartet“.

Selbst im scheinbar toleranten Amerika, dem Schmelztiegel der Kulturen, wurden japanische Staatsbürger im 2. WK inhaftiert und von Mitbürgern gnadenlos ausgegrenzt. Aus dem freundlichen Herrn Yamamoto wurde schnell „so einer“, dem man aufgrund seiner Herkunft nicht vertrauen konnte. Wie derjenige im Leben handelte spielte keine Rolle mehr; die ganze Person wurde aufgrund der Abstammung pauschal abgeurteilt.

Dahinter steht letztlich die Frage, inwieweit „Ich“ das Produkt der elterlichen Gene bin, und in welchem Maße andere Faktoren einen Einfluss haben, z.B. die Erziehung. Auch wenn es offiziell heißt, wir hätten allen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit überwunden, so ist die Meinung, jemand sei „von einer bestimmten Art“ und gar ein ab-Art-iger Geselle, ein faules, durch und durch verdorbenes Früchtchen aus schlechtem Hause, doch nach wie vor quicklebendig.

Der auszumerzende Feind hat heute nur einen anderen Namen, und zwar Klimawandelleugner, Schwulenhasser, Reichsbürger oder Verschwörungstheoretiker.

Der Anlass zur Anfeindung mag sich geändert haben, die Motivlage ist aber die gleiche. Das Besondere an solchen „Kampfbegriffen“ ist ja, dass vom möglicherweise begründeten, aber unerwünschten Standpunkt eines Menschen auf einen insgesamt schlechten Charakter geschlossen wird.

Wen man Nazi nennt, dem unterstellt man ja letztlich Fähigkeit und Wille zu den undenkbarsten Abscheulichkeiten. Deshalb wird auch nicht das Gespräch mit solch „Unverbesserlichen“ gesucht, denn wer so oder so denkt, kann eben nur abartig sein. Es wird nicht mehr lange dauern, und Verschwörungstheoretiker müssen eine neue Form des Judensterns tragen. Für mich ist das kaschierter Rassismus.

Die zwei Entwicklungslinien

Doch wo ist der Zusammenhang mit dem Thema? Nun, es geht um Identität! Im Zuge der Flüchtlingskrise kam ja die Frage nach Unterschieden aufs Tablett. Sind „die“ anders als „wir“? Was macht einen Deutschen aus? Es lässt sich nicht leugnen, dass z.B. Genauigkeit und Pünktlichkeit typisch deutsche Eigenschaften sind, da ist man sich im Ausland ablolut einig. Doch woher kommen sie?

Alles Erziehung, oder kommt das aus dem Blut, den Genen?

Hat das etwas mit der Abstammung aus dem „Volk“ zu tun? Manche meinen ja, und ziehen daraus die logische Schlussfolgerung, die Völker dürften sich nicht vermischen, wenn man über Jahrhunderte gewordene Eigenschaften für die Weltfamilie erhalten will. In diesen heillosen Streit, der seit fast 150 Jahren tobt, mischte sich Rudolf Steiner mit einer ganz anderen Sicht.

Er spricht von zwei Entwicklungslinien, einer geistigen und einer physisch-irdischen.

Das ist wie beim Unterschied zwischen Auto und Fahrer. Letzterer mag durch Ausbildung noch so gut geworden sein (die geistige Entwicklungslinie) und jetzt gerne Rennen fahren; doch ohne entsprechendes Fahrzeug, dessen Technik und Fertigungsprozesse sich auch erstmal entwickeln müssen (die irdische Linie) wird es nie ein tolles Rennen geben.

Im anerkannt genialen Johann Sebastian Bach lebte eine Seele, die über viele Inkarnationen entsprechende Fähigkeiten ausgebildet hatte. Doch damit diese zum Ausdruck kommen konnten, brauchte er einen geeigneten Körper mit bestimmten Lebenskräften, einem passenden Gefühlskostüm und Denken. Diese spezielle Gemengelage oder Konstitution wurde aus der Bachschen Vererbungslinie bereitgestellt, die ihrerseits das Ergebnis einer langen komplizierten physischen Entwicklung ist.

Vom Einzeller zum komplexen Organismus mit bestimmten Eigenschaften sind viele Schritte nötig.

Formen mussten entstehen und in andere übergehen, Blutlinien sich herausbilden und mit anderen vermischen und so fort. Es ist eben nicht so, dass die Götter oder Mutter Natur eines Tages den Deutschen, den Germanen oder sonst ein tolles Etwas fertig hingesetzt haben. Aus kleinen Anfängen ging dieser spezielle Volkskörper aus vielen Umwandlungen hervor, ähnlich wie ein Samuraischwert das Ergebnis unzähliger Arbeitsschritte ist. Da wird geformt und wieder geschmolzen, gefaltet, gehämmert, wieder geschmolzen und neu gefaltet.

Früher mal im Feindeslager

Um Kunst auf diesem Niveau zu treiben musste auch die Seele des Johann durch unzählige Prozesse durch, und natürlich verschiedenste Körper, Kulturen und Geistesströmungen. Und höchstwahrscheinlich war er auch mal als Schwarzer inkarniert!

Das behagt natürlich jenen nicht, die Bachsche Musik als Ingebriff weißer Kulturüberlegenheit begreifen wollen, sie also als „typisch weiß“ verstehen möchten. Da mag es einen Zusammenhang mit der Hautfarbe geben, aber welche, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ähnliche Bestrebungen gibt es natürlich bei allen Kulturen und Hautfarben, also den Stolz darauf zu pflegen, was einer „von uns“ geleistet hat. Da stört die Vorstellung, dieser Herausragende könnte vorher bei der jetzt verhassten Gegenseite inkarniert gewesen sein. So wie viele Männer den Gedanken strikt ablehnen, dass sie im letzten Leben eine Frau waren.

Die Differenzierung in unterschiedliche Hautfarben und Körperkonstitutionen, in Kulturen und Religionen ist nicht dem Zufall geschuldet, sondern folgte von Anfang an einem Plan, und zwar einem sehr komplizierten. Wie sich das Licht in drei Grundfarben aufteilen muss, um das wunderbare Spektrum an Farben zu ermöglichen, so musste sich auch die einst einheitliche Menschheit spalten in Geschlechter, Rassen, Kulturen.

Ja, wir haben alle den gleichen Ursprung! Indem wir jede Farbe und Sichtweise einmal durchlaufen, machen wir die mit ihr verknüpften Erfahrungen. Diese summieren sich zu immer höherer Vervollkommung.

Darum geht es, um das Reifen der geistigen Individualität, nicht um die Körper oder Kulturen. Die sind nur Mittel zum Zweck.

Spezialisierung und Integration

Ein gutes Beispiel für das Gemeinte ist der wunderbare, oft so erhebende Chorgesang. Er ist nur durch Differenzierung möglich! Nur durch den Zusammenklang unterschiedlichster Menschenstimmen wird etwas geschaffen, was eine einzelne Stimme bei aller Vollkommenheit nicht zu geben vermag: Einklang und Harmonie! Um das Erlebnis des Zusammenklingens ging es von Anfang an in der Schöpfung.

Also dass jeder zwar seine Art hat, aber doch fähig ist, sich in ein höheres Ganzes zu integrieren, ohne sich darin zu verlieren.

Es braucht die Deutschen in der Welt, die Somalier, die Russen und Thais. Sie alle sind wichtig und richtig, insofern jeder seine Spezialbegabung nicht als Selbstzweck versteht. Sie einzubringen, darum geht es! Doch dafür ist nötig, sich über die Unterschiede hinweg als Verwandte wiederzuerkennen, und dazu enthüllte Rudolf Steiner das Geheimnis von Karma und Reinkarnation.

Mit Spezialisierung und Integration haben wir zwei der oben gemeinten Grundmotive, die ja mächtig in die Welt drängen. Weil sie (in Unkenntnis des Karmagedankens) aber nicht verstanden werden können, verwirklichen wir sie am falschen Platz. Ich hatte hier bereits darüber berichtet. Auf der einen Seite züchtet man hochspezialisierte Fachidioten, und fördert auf der anderen die Auslöschung von Unterschieden im Multi-Kulti-Einheitsbrei. Knapp am Ziel vorbei und doch völlig daneben!

Ein unglaubliches Geflecht aus Beziehungen war nötig, damit jeder von uns zu seinen Erfahrungen und zu seiner Eigenart findet. Und nochmal so viele Daseinsformen mussten dafür entstehen und wieder vergehen, die in sich bestimmte Eigenschaften trugen.

Die Quelle des Feindschemas

Zu guter letzt noch eines, das wenigstens noch angedeutet werden will: woher kommt dieser Hang zum Feindschema, zur pauschalen Aburteilung der Andersartigen? Weil bis vor 2000 Jahren das Selbstbewusstsein der Menschen noch an ihre Blutslinie gebunden war. Daher rühren Aussprüche wie „Fleisch von meinem Fleisch“ oder dass eine Tat Folgen bis „ins tausendste Glied“ hatte.

Mit jeder Faser seines Seins fühlte sich früher jeder ausschließlich den Seinen verbunden, die über Blut und Gene das gleiche physische Erbe in sich trugen. Deshalb war auch die Blutrache ganz selbstverständlich. Da fühlte man sich noch als Teil einer Gruppe und automatisch als Gegner der anderen, und das ging bis in die Gedanken und Gefühle, die im Kollektiv geteilt wurden. Heute ist das nicht mehr so, oder zumindest am Verschwinden, wie der Drang zu individuellen Lebensentwürfen ja beweist. Doch woher kommt das?

Warum schert uns immer weniger, was die Sippe will?

Denken wir nochmal an die zwei Entwicklungslinien: geistige Wesen verbinden sich mit physischen Körpern. Damit die isolierten Individuen Gemeinschaft erleben konnten, schmiedeten unsere Schöpfer die Blutsbande.

Das instinktive „einander als zugehörig Erkennen“ wurde dann von der Liebe abgelöst, der zu den Nächsten und zwischen Mann und Frau. Zusammen mit dem Reifen der Erkenntnisfähigkeit war irgendwann vollbracht, was mit dem Abstieg in die Materie erreicht werden sollte: Bewusstsein. Weil wir nun zur Liebe fähig sind, können seelische Bande in Wahlverwandschaften an die Stelle der Instinkte treten, und deshalb wurden die Blutsbande aufgelöst.

Dies vollbrachte ein geistiges Wesen, und zwar der Namenspatron des christlichen Abendlandes, der Christus.

Der Christus-Jesus war nicht der philosophierenden Handwerker, als den ihn die Kirchen hinstellen, sondern der im Menschen Jesus inkarnierte Sonnengeist Christus der sinngemäß sagte: „Wer mir nachfolgen will, muss Vater und Mutter verlassen, Haus.. etc.“ Damit war keine Einladung zur Sektenbildung ausgesprochen, sondern zur Bewusstseinswandlung im Überwinden der alten Blutsgemeinschaften!

Noch ist dieses Prinzip in uns verankert, also der Drang zur Sippe, zu jenen die gleicher Art sind. Das ist wie eine tief verwurzelte Gewohnheit, die nun aber durch differenziertes Hinsehen überwunden werden muss. Das ist nicht leicht, zumal in Zeiten, wo durch Gewöhnung an Schlagzeilen und Phrasen das Gegenteil gefördert wird.

So ihr nicht verlasset…

Immer weniger wird künftig zählen, was aus dem Körper und der Erberinnerung kommt, sondern immer mehr die Absichten und Taten des darin wohnenden Menschengeistes. Die trennenden Unterschiede mussten entstehen, um bestimmte Eigenschaften und Erlebnisweisen in aller radikalen Einseitigkeit möglich zu machen. Da wir alle Arten des Seins nun durchlaufen haben, tragen wir deren Früchte seelisch-geistig in uns. Deshalb dürfen die physischen Unterschiede nach und nach verschwinden, auch die zwischen den Geschlechtern.

Unbedingt nötig ist aber eines: dass die Früchte aus vielen Leben weiter kultiviert werden, also der in uns wohnende seelische Reichtum.

Er will entfaltet und bewusst gemacht werden, was heute leider kaum erfolgt. In jedem von uns lebt das Erbe aller bisherigen Kulturen, wovon die Reiselust beredtes Zeugnis ablegt. Doch der Bulgare in mir, der Friese und Japaner müssen erst erweckt werden, wozu man die jeweilige Sprache lernen muss, die Tänze, Lieder und Denkweisen. Im Nachvollziehen dieser unterschiedlichen Arten des Seins, um sie in sich zusammenzubringen, das ist der Weg in die Zukunft und das wahre Multi-Kulti.

Weltbürger zu werden, die alle Arten des Empfindens, Fühlens und Denkens in sich aktivieren und zum Zusammenklang bringen. Die wirklich open-minded sind, offen dafür, die Impulse aus der Weltfamilie entgegenzunehmen und die eigenen zu geben. Je mehr von uns Entwicklung dieser Art als Sinn des Spieles verstehen, desto eher werden wir auch dieses Hauen und Stechen auf dem sogenannten Arbeitsmarkt stoppen.

Arbeitsteilung als sozialer Entwicklungshelfer

Der Zwang zur Zusammenarbeit, der durch globale Arbeitsteilung faktisch gegeben ist, erweist sich aus der spirituellen Perspektive als kostbare Gelegenheit zur Kooperation. Längst sind wir in der Lage, dank Technik mit wenig Aufwand alles Lebensnotwendige in Hülle und Fülle zu produzieren. Deshalb könnten wir uns eigentlich Zeit für das heute Wichtige nehmen: die Verbesserung sozialer Beziehungen. Uns anzunähern, Streit zu schlichten, zu vermeiden und Konsens zu fördern, darum sollte es überall gehen, wo Menschen arbeitend zusammenfinden. Diese tief gefühlte Erkenntnis verdanke ich dem Wissen um Reinkarnation und Karma, das hier in aller Kürze vorgestellt wurde.

Wer es nicht hat oder die Kenntnisnahme verweigert, und sich lieber weiterhin als darwinistische Eintagsfliege betrachtet, kann nur eine „Nach mir die Sintflut“-Haltung entwickeln. Subtil kaschiert vielleicht durch frommes Reden über die Eine Welt, aber doch Egoshooter, wenn es darauf ankommt. Gedanken sind alles, weil darauf unser Selbst- und Weltbild gründet. Deshalb hoffe ich, dass die hier geschilderten Gedanken zu möglichst vielen meiner Menschengeschwister finden.

Worum geht es also bei 5G und den Plänen, Menschen durch Roboter zu ersetzen, oder wenigstens der Lenkung einer künstlichen Intelligenz zu unterwerfen? Um nichts weniger als darum, Inkarnation unmöglich oder nicht wünschenswert zu machen. Die seelisch-geistige Entwicklung der Menschheit wäre damit am Ende. Das wird Thema des nächsten Beitrags sein.

Thomas C. Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

- 2 Kommentare
Elisabeth - 11. Dezember 2019

Ein Artikel, der alles enthält, was Mensch heute wissen muss. Ich bin sehr berührt von Deinen Worten und habe viele neue Erkenntnisse daraus gewonnen.

Lieber Thomas, ich danke Dir für Deine wertvolle Arbeit.

Es grüßt Dich von Herzen
Deine Elisabeth

Antworten
    Thomas C. Liebl - 11. Dezember 2019

    Danke liebe Elisabeth,

    ich gebe mein Bestes 😉
    Grüße zurück
    Thomas C.

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