Kurzform von: Wege aus der Krise

Über Dichter & Denker und die Soziale Dreigliederung

Welche Wege aus der aktuellen Gesellschaftskrise führen, wurde in diesem Beitrag ausführlich behandelt. Zur besseren Orientierung hier nun die öfter gewünschte Kurzform. Die Essenz aus allem ist diese:

  • Löse Dich von Obrigkeiten und Gesinnungsgenossen, um frei denken zu können. Wahrheitsliebe sei Dein Führer und Gebieter.
  • Verlasse Heimat und die Sippe, und fürchte ihr “so macht man das”. Stelle Dich so in die Gemeinschaft, dass jeder nach seiner Art sich entwickeln kann. Strebe nach Schönheit unter Erdenkindern.
  • In der Herzensmitte suche dann die rechte Lösung, die Wahr und Schön in Weisheit verbindet. Wie ist es sinnvoll und des Menschen würdig?

Zwei Seelen wohnen, ach…

Führen wir das etwas aus. Eine Analyse unserer zahlreichen gesellschaftlichen Probleme zeigt drei Auffälligkeiten: schwindende Menschlichkeit bei gleichzeitiger Zunahme von Irrsinn und Hass. Dies wird durch die Vorstellung verstehbar, dass unsere so einheitlich erscheinende Gestalt durch Zusammenfügung zweier gegensätzlicher Menschen entsteht.

Mit dem Denken reichen wir in den Himmel, mit den Beinen auf und in die Erde. Der im Kopf zentrierte obere Mensch denkt, sprich er greift zu den Sternen, und holt diese in Form von Ideen herunter, um sie als Erfindung, Kunstwerk etc. zu verwirklichen – also etwas Geistiges in die physische Wirklichkeit zu bringen.

Der untere Mensch, mit Zentrum im Bauch, ist über Nahrungsaufnahme und Verdauung mit der Natur und ihren Wesen verbunden – in einer globalen Wirtschaft aber auch mit allen anderen Menschen. Als Erdenbürger wurzeln wir seelisch in den zahlreichen Beziehungsgeflechten, und sind über Familien- und Schicksalbande miteinander verwoben und voneinander abhängig.

Wie schon Schiller formulierte, sind wir Bürger zweier Welten, deren Seelen sich in der Brust – genauer im Herzen – oft Gefechte liefern. Denn dieses versucht (aktuell oft vergebens) die herzlich-menschliche Waage zwischen beiden hinzubekommen, den so unterschiedlichen Bedürfnissen des Himmelssohns und der Erdentochter. Denn er sucht (sehr männlich) nach individueller Entfaltung in der möglichst herausragenden Einzelleistung. Im Denken sind wir Einzelgänger und damit antisozial.

Sie dagegen lebt (sehr weiblich) im Wir, im Sozialen im weitesten Sinne und in der Welt der Ahnungen und Empfindungen, wo der Kummer an Eingeweiden nagt und Schmetterlinge im Bauch herumflattern. Ihr Hauptanliegen ist, dass es den lebenden Wesen gut geht und jeder nach seinem Bedürfnis versorgt ist. Oder besser sollte das ihr Anliegen sein, doch Erdentochter und Himmelssohn haben derzeit Probleme, denn

  • der obere (denkende) Himmelsmensch bringt statt hellen Sternen und Geistesblitzen immer mehr wirklichkeitsfremde, irre Gedanken hervor, wie in der Coronakrise wunderbar zu beobachten war. Da wird gleich mal die Wirtschaft und Zukunft geopfert, weil einer “Achtung, Killervirus!” schreit. Am Ende war es nur eine harmlose Grippe. Ähnlich “toll” sind Ideen wie Massentierhaltung, industrielle Landwirtschaft, ein ausbeuterisches Geldsystem etc., denen Lebensfeindlichkeit gemeinsam ist. Das Antisoziale kommt in Reinkultur zum Ausdruck, und hat sich von Vernunft und dem entfernt, was man gesunden Menschenverstand nennt.
  • der untere Mensch wiederum verliert immer mehr das gesunde (Mit-) Empfinden, verliert sich in Gefühlsduseleien und den Anschluss ans Gemeinschaftliche. Familien- und Freundesbande sind brüchig geworden, und Mobbing, Ausgrenzung und Streit wuchern im Sozialen. Mitgefühl und Rücksichtnahme sind fast ausgestorben, wie auch der Großteil der Vögel und Insekten, was die Mehrzahl der zu Lebenshütern bestimmten Erdenmenschen aber wenig bekümmert.

Zwei Seelen bekriegen sich, ach, in unserer Brust. Sie sind krank, weil sie den Bezug zueinander verloren haben.

Andere Namen für diese beiden Seelen sind Dichter (Erdentochter) und Denker (Himmelssohn). Letzterer mutiert mehr und mehr zum wirklichkeitsfremden Lebensfeind, der Dichter zum empathie- und phantasielosen Soziopathen, so unfruchtbar wie unsere Böden. Gefangen in süßen Konsumträumen und “eine Welt”-Schwärmereien hört er den Ruf der klagenden Erdenmutter nicht mehr, die sich um alle Geschöpfe sorgt.

Leere Herzen

Die Krankheit besteht in einer Vereinseitigung, und die Ursache ist Sinnverlust. Unsere Herzen sind leer, weil kein Sinn mehr darin wohnt in Form des sicheren Wissens, warum wir hier sind. Uns fehlt ein sinnvolles Welt- und Menschenbild, und deshalb wissen wir nicht, wofür es sich zu leben lohnt. Man kann sich alle möglichen Ziele setzen, doch nachhaltig motivieren nur jene,

…die im Einklang mit unserer wirklichen Aufgabe sind: das Lieben zu lernen und zu Hütern der Schöpfung zu werden.

Sinnlosigkeit ist die Ursache all der gesellschaftlichen Probleme, denn nur tief empfundener Sinn vermag Dichter und Denker zu versöhnen und ins Gespräch zu bringen. Derzeit bekriegen sie sich in uns, wie draußen die Geschlechter, oder patriotische Grenzschließer mit gutmenschlichen Weltumarmern.

Unsere Herzen sind leer (zumindest bei den meisten), und zwar seit dem Anbruch des Zeitalters der Freiheit (spätestens um 1800). Man lausche einmal auf die Unerhörtheit der Inschrift auf dem Reichstag, nach der ja nun “Alle Macht vom Volke ausgeht”. Ist das nicht erstaunlich? Welcher Wandel vom “Es lebe der König”, dem alles und alle gehörten und untertan waren, hin zur Übergabe seiner Macht an jeden Einzelnen. Wir wurden ermächtigt, und sind nun die Souveräne, doch hat man uns in der Schule auf das Tragen dieser Verantwortung vorbereitet?

Oder uns dazu befähigt, uns vor Gott und der Welt zu verantworten, wie es eines Königs würdig ist?

Dieser kleine Satz markiert eine historische Wende, die äußerer Ausdruck einer inneren, einer spirituellen Entwicklung ist. Die in Mitteleuropa inkarnierten Seelen sind reif geworden, und wollen nun selbstbestimmt leben. Doch wenn Kinder das Elternhaus verlassen, brauchen sie eines ganz dringend: eine Vision, was der Sinn des Spiels ist und wo die Reise hingehen soll. Früher brauchten wir diese Vision nicht, weil jeder mit dem Rahmen zufrieden war. Wie Kinder fühlte man sich in die gegebene Ordnung eingebettet, in der noch alles von Sinn und Schönheit durchtränkt war, wie mittelalterliche Städte heute noch ahnen lassen.

Doch die Pubertät kam und die Blase zerbrach.

Jetzt braucht jeder eine eigene Vision vom Sinn des Ganzen, und weil sie fehlt, sind die Herzen leer und müde. Sie finden keine Kraft, oberen und unteren Menschen in Einklang zu bringen, und brennen daran aus. Doch Hilfe naht, und zwar durch Hinterfragen!

Alles beginnt mit “in Frage stellen”

Früher dachte ich, die Füllung der ebenfalls empfundenen Leere würde ich spirituellen Weisheiten verdanken, insbesondere aus der Anthroposophie, die stark zu mir spricht. Bis mir klar wurde, dass es nur zum Teil der Inhalt des Aufgenommenen war, sondern noch mehr das Infragestellen des bisher Gewussten oder besser Geglaubten. Hätte ich nicht schon nach sinnvollen Antworten gedürstet, hätten mich Rudolf Steiners Aussagen sicher vor den Kopf geschlagen, z.B. zum Christentum – so sehr widersprechen sie den gängigen Auffassungen.

Nur ein Beispiel: nach heutiger Lesart war Jesus ein netter Zimmermann, und charismatischer Prediger und Philosoph. Doch warum verbinden sich dann Milliarden Menschenseelen mit diesem “Typen”? Und warum wird er richtigerweise mit zwei Namen benannt, nämlich Jesus Christus? Ganz klar, weil es sich um zwei verschiedene Wesenheiten handelt.

Jesus war der Mensch, in dem sich (zur Jordantaufe) ein hoher Geist, der Sonnengeist, wie in einem Avatar verkörpert hat. Wir nennen ihn Christus. Ein Gott wurde Mensch.

Wie bitte? Avatar? Sonnengeist? Viele würden darauf mit empörter Ablehnung reagieren, ich dagegen mit innerem Jubel! Mir leuchtete sofort ein, dass es sich genauso verhalten musste, denn die Kelten verehrten ja den gleichen Sonnengeist, den sie in ihren Sonnenkreuzen darstellten.

Noch viele weitere, unzählige Richtigstellungen durfte ich erfahren, und sie lösten die Ketten, in denen der Dichter und Denker in mir gebunden waren. Das ist nämlich ein Teil des Dilemmas, der oben beschriebenen Krankheit der beiden.

Zwei schmerzhafte Geburten sind heute durchzumachen, damit die sinnstiftende, kraftspendende Vision des wahren Menschen in die Herzen einziehen kann. Sie werden von vielen jener gefochten, die sich mit sogenannten Verschwörungstheorien auseinandersetzen, sowie den eigenen Wurzeln und sozialen Bindungen.

a) Den Denker prüfen

Ob der Denker in uns frei nach den Sternen greifen und nach der Wahrheit suchen kann, lässt sich leicht überprüfen. Nämlich an Fragen wie: “Könnte die Erde doch eine Scheibe sein?” oder “waren wir wirklich auf dem Mond?”. Wer sich dabei ereifert, sei es pro oder contra, dessen Denker oder Himmelssohn hat sich noch nicht aus der Bindung zur Obrigkeit gelöst.

Warum reagieren viele Menschen auf die Ungereimtheiten bei 9/11 mit “Aber das hätten die uns doch gesagt”? Warum halten sie an ihrem Glauben an “die da oben” so fest, und distanzieren sich lieber von oft langjährigen Freunden als Spinner und Verschwörungstheoretiker?

Ganz einfach: aus Angst, ohne all diese Autoritäten über einem jede Sicherheit und Orientierung zu verlieren.

Wir durften nicht lernen, unserem eigenen Denkvermögen zu vertrauen, sondern genau das Gegenteil: stelle ja den Lehrer oder Chef nicht in Frage! Dann wirst Du lächerlich gemacht und mit Ausstoßung bestraft. Hier wird Abhängigkeit vom Urteil anderer und ihrer Liebe (!?) einprogrammiert. Jene Liebe, die zur Wahrheitsliebe werden möchte, kann sich nicht von Personen lösen. Deshalb gibt es so viel Korruption und Parteienklüngel. Denn es fühlt sich gut an, unter Gleichgesinnten zu sein, die denselben Glauben (Überzeugung) teilen.

Man fühlt sich verbunden, nicht in der Wahrheit, sondern gegen eine andere Gruppe. Solche Lagerbildung ist auch bei den “Aufgewachten” zu beobachten, die Stärke aus der Abgrenzung zu den “Schlafschafen” beziehen. Auf Gedankeninhalten darf kein sozialer Zusammenhalt gründen. Sonst lügt man aus Rücksicht auf die Kameraden, oder macht einander Denkvorschriften wie im Fraktionszwang.

Der Denker wird erst durch mutvolles Hinterfragen der Obrigkeit frei, was man den Tyrannenmord nennt. Erst wenn er frei stehen kann, niemandem verpflichtet als dem selbst als richtig Erkannten, steht er uns als Geisteskrieger zu Verfügung, der unerschrocken nach der Wahrheit sucht. Natürliche Übereinstimmung im Erkannten, etwa dass 1+1 2 ergibt und Aluminium keinen Stahl schneiden kann, begründet freilassende, kollegiale Beziehungen wie unter echten Forschern. Freundlich lässt man sich ziehen, wenn einer zu neuen Erkenntnissen kommt. Das ist der große Unterschied zwischen freiem Denker und Anhänger einer Denkrichtung.


Einschub
Wer ist es, der sich so schweren Fragen wie nach der wahren Form der Erde stellt, nach 9/11 oder dem Christus? Wer ist der Hinterfragende, der den Denker befreit? Wer lehnt sich gegen die (Partei-) Kameraden auf, wenn diese für einen der “Ihren” die Wahrheit verdrehen?

Dieser jemand ist das ICH, unser im Herzen wohnender Wesenskern. Dieses ICH entwickelt sich an solchen das Weltbild erschütternden Fragen. Unterlässt man das in Frage stellen, oder findet mangels richtiger Informationen (wie von R. Steiner gegeben) nicht zu innerer Sicherheit, dann wird der obere Mensch krank und brütet verrückte Ideen aus.


(Woher der Drang kommt, nach Gleichgesinnten zu suchen, wird in der langen Version ausführlich beschrieben. Wie auch die eigentlich Bedeutung von Begriffen wie Ehre, Standhaftigkeit und Vaterlandsliebe, die in der Männerwelt noch heute große Bedeutung haben, in der Frauenwelt aber nicht.)

b) Dichtercheck

Um die Erdentochter und Lebenshüterin (=Dichter) zu befreien, muss die Abstammung hinterfragt werden. Also alles, womit wir uns so gerne identifizieren und das Selbstbild darauf stützen. Nur einige Beispiele:

  • ich bin aus gutem Hause, in meiner Familie waren wir schon immer…
  • ich bin Deutscher, Russe, Senegalese etc.
  • ich bin wohlhabend, und stehe deshalb über dem Hartz IV-Empfänger usw.

Die Identifikation mit unserer Hülle und ihren tatsächlich oder vermeintlich tollen Eigenschaften lähmt den Dichter.

Denn er kann sich nur dann in andere Wesen einfühlen und das Lied des Lebens hören, wenn er die Verwandtschaft mit allen Wesen fühlt. Denn für Angeborenes kann man nichts. Das hat man ererbt und aus dem Genpool der gesamten Menschheit geschenkt bekommen. Was ich aus dem Erbe als Individuum mache, das gehört mir; aber als Menschenkinder müssen wir alle essen, trinken und aufs Klo, haben alle die gleichen grundlegenden Freuden und Leiden, Ängste und Sorgen. Der eine mehr, der andere weniger.

Anders gesagt wird der Dichter dann zum Weltbürger, wenn er mit jedem das Brot teilen und selbst dem scheinbar Geringsten die Füße waschen kann.

Heute stellt sich z.B. durch DNA-Analysen heraus, dass die Geschichte der Völker grotesk verfälscht wurde. Von wegen reinrassige Germanen, die alle blond waren, und auch Jesus war höchstwahrscheinlich nicht so bleichhäutig, wie er dargestellt wird – eher wie die Araber. Und viele Heilige und Anführer im christlichen Abendland und anderen angeblich “weißen” Völkern waren Schwarze. Das enttäuscht und weckt schmerzhaften Unglauben, weil man die Sicherheit verliert, zu wem man denn nun gehört.

Das war / ist doch einer von den “Unseren”!

Pustekuchen, das war vielleicht einmal vor langer, langer Zeit, als wir noch über Blutsbande innig verbunden waren. An die Stelle der Sippenverbundenheit sind längst Sprach- und Geistgemeinschaften getreten, die Liebesheirat und freie Wahl derer, mit denen man Freundesbande knüpft. Das Beziehungsgeflecht zu pflegen, das man ererbt oder mit heiratet, das ist heute die Aufgabe.

Nichts behindert den Dichter mehr, als sich dem “so hat man das bei uns schon immer gemacht” und anderen diffusen Normen und Tabus zu beugen, nur um (scheinbaren) Zusammenhalt zu finden. Der wird ja schnell mal entzogen, sobald man die falschen Ansichten vertritt, oder etwa Vegetarier wird, wo man “bei uns” doch Schweinebraten isst.

Der Mensch der Zukunft ruht in sich selbst, und findet eine Heimat bei jenen, die ebenfalls nach Menschlichkeit streben.

Sich aus sich selbst definieren

Aus der ruhenden, sinnerfüllten Mitte kann man den Dichter mit dem beauftragen, was seine Aufgabe ist: zu heilen und pflegen natürlich, aber vor allem Beziehungen so zu gestalten, dass jeder für jeden da sein kann und will – unabhängig davon, was jemand denkt oder kann. Denn nur dann kann der menschheitliche Buschfunk funktionieren. Wie alle Pflanzen weltweit im Wurzelreich miteinander verbunden sind, so sind wir es auch im kollektiven Unbewussten.

Dort flüstern und beratschlagen die Dichter / Erdentöchter miteinander, was zu tun ist, damit jeder auf die nächste Etappe seines Lebensweges findet. Ein unerwartetes Stellenangebot, das einen in eine neue Stadt zu neuen Menschen führt, ist i.d.R. kein Zufall. Wenn einer anruft, er habe “gehört” und vielleicht passe das ja zu einem, dann entspringt das einer größeren Weisheit, als sich der Einzelne so träumen lässt.

Doch wenn wir uns aufgrund äußerer Merkmale ablehnen, erstirbt das Gespräch und niemand findet mehr an seinen rechten Platz im Leben.

Es geht um die viel geforderte “intelligente Vernetzung” oder intelligentes Netzwerken, das ich hier anschaulich beschrieb. Sie erfordert die Lösung von jeder Art Vorurteil, und dass wir im Gegenteil für jeden anderen und sein Recht auf Leben und eigene Entwicklung Partei ergreifen. Hier ist Parteinahme am rechten Platz, in der Form, dass man sich in die Lage anderer versetzt.

Der Denker darf sich gerne von “Idioten” distanzieren, also die professionelle (!) Zusammenarbeit aufgrund mangelnder Kompetenz verweigern. Der Dichter nicht. Zwei Menschen wohnen, ach, in uns. Sie entstammen unterschiedlichen Welten, doch sind sie einmal befreit, kann das eigentliche Werk mit der Frage beginnen: Was ist wahr und schön (wohlgefällig)? Was ist richtig, und fördert gleichzeitig die Entwicklung und das Wohlergehen? Denn nur dann ist es weise.

Weisheit = Wahrheit + Schönheit

Es geht um das Gespräch zwischen Dichter und Denker, oder den Dialog zwischen Kopf und Bauch, Ego und Gemeinschaft zur Findung des menschlich Richtigen.

In Balance bringen

Ökonomisch gesehen ist Massentierhaltung eine fabelhafte Erfindung, doch wenn der Denker offen für die Bedenken des Dichters ist, wird er die Folgen sehen und erschrecken. Andersrum sind offene Grenzen für jedermann auch eine schöne Idee. Das fühlt sich so herrlich verbunden an, so “menschlich”, meint der Dichter. Die Erdentochter verwechselt hier menschlich mit geschwisterlich! Wird sie auf die Einwände hören, dass jede Entwicklung Grenzen und Differenzierung braucht? Und dass es ganz reale Unterschiede gibt, z.B. bezüglich der Seelenartung?

Die typisch deutsche Gründlichkeit z.B. kann man zwar fördern, aber entweder hat man sie, oder nicht. Das karibische Temperament ist sprichwörtlich, und auch wenn ich recht gut tanzen kann – die Leidenschaft in dieser Intensität bringe ich beim besten Willen nicht auf. Muss ich ja auch nicht, weil alle Völker ihre Stärken und damit verbundene Aufgaben haben. Unsere ist, also die der mitteleuropäischen Völker, das Erbe der Dichter und Denker fortzusetzen:

Zu leben ohne Halt nach oben oder unten, rein aus der Mitte, wo der Christus uns fragt: ist es menschenwürdig?

Das inneren Ringen um die rechte Mitte zwischen Ego und Gemeinschaft, Wahrheit und Schönheit, das ist Aufgabe und Kompetenz des nach Liebe strebenden ICH. Die Wege aus der schon länger dauernden Weltkrise werden jene finden, die Friedfertigkeit und die Kunst des Brückenschlagens als zutiefst sinnvoll empfinden – ja, als den Sinn ihres Daseins.

Frieden bedeutet nicht die Abwesenheit von Konflikten oder deren Vermeidung, sondern Unterschiede so in Einklang zu bringen, dass es fruchtbar werden kann. Denn im Grunde können wir nicht mehr tun, als die Bedingung schaffen, dass der gute Geist mit den rechten, in die Zukunft führenden Inspirationen einziehen kann. Jener Geist, der sagte, dass uns die Wahrheit frei machen würde, und versprach, bei uns zu bleiben bis an das Ende dieser Welt. Der Christus, der mit den Worten den Weg wies: “Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen”.

Unser Leben in der Dreigliederung

Der Name ist die Vision, dass wir als Menschheit wieder zusammenfinden, wenn freie Denker und emanzipierte Dichter ins Gespräch darüber finden, wie sich die wahre und die schöne Perspektive zur weisen fügen lassen. So verstehe ich die von Rudolf Steiner formulierte Soziale Dreigliederung, die den heutigen Einheitsstaat in drei Glieder auffächern will.

  • In Bildung und Forschung (dem Geistesleben) soll das Ideal der Freiheit leitend sein,
  • In der Wirtschaft die Sorge umeinander, dem Ideal der Brüderlichkeit folgend,
  • und im Rechtsleben soll Gleichheit herrschen.

Alles logisch, aber die hier beschriebene neue Mitte wird kaum betont, was sich schon in der üblichen Darstellung von drei gleichwertigen Kreisen zeigt.

Meinem Verständnis leuchtet die Lemniskate mehr ein, mit 2 Polen und dynamischen Strömen durch das vermittelnde Herz in der Mitte.

Geistig gleichen wir uns nicht, weil jeder unterschiedliche Fähigkeiten hat; körperlich auch nicht, weil die Bedürfnisse ganz verschieden sind. Wirklich gleichen können wir uns nur in der gleichen Vision, die einen beseelt oder nicht: der Vision des einen, des geeinten und ursprünglichen Menschen, aus dem wir alle einst als Individuen hervorgegangen sind. Der Idee, die unserem Menschsein zu Grunde liegt.

Sie wird mit der Frage lebendig: Wer bin ICH?

Also wer bin ich jenseits von Prägungen und Einflüssen durch das Geschlecht, Seelenfärbung in den Temperamenten, Volkszugehörigkeit, Sprache etc. Was bleibt übrig, wenn man all das Typische abzieht?

Wie sich das Licht der Sonne in viele Farben teilt, lassen sich alle Eigenarten der Menschen auf eine Quelle zurückführen. Der einende Urgrund leuchtet auf, wenn wir Zusammenklang herstellen. Eine Kunst, deren Grundlagen ich demnächst vorstellen werden, maßgeblich inspiriert durch Rudolf Steiner, die Musik und jede Menge Lebenserfahrung mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen. Schmerz und Leid sind die besten Lehrer.

Damit nicht der Eindruck des Abgehobenen zurückbleibt, von wegen Avatar und so, hole ich mir zum Abschluss Unterstützung bei einer “Autorität”, die in den Augen vieler bestimmt über alle Zweifel erhaben ist: die Teilchenforscher im CERN. Atheismus, sprich Gottesleugnung, gehört fast schon zum guten Ton für jemanden, der ein “echter” Wissenschaftler genannt werden möchte. Kein Hokuspokus, nur klare Fakten und Formeln. Doch ausgerechnet die Speerspitze aufgeklärter Vernunft paktiert nun mit dem Erzfeind, der Religion.

Am Eingang zum Teilchenbeschleuniger wurde die Statue von Shiva aufgestellt, nach uralt-indischer Auffassung der Herr der Erneuerung durch Zerstörung. Also ein Gott wohlgemerkt, eine geistige Wesenheit. Teil einer Dreiheit aus Brahma (Schöpfer), Vishnu (Bewahrer) und eben Shiva.

Die drei besorgen den angedeuteten Kreislauf des Lebens: aus dem Mutterboden der Menschheit wächst der Einzelne zu seiner Blüte, bringt Frucht und stirbt. Die Frucht geht ein in den Menschheitshumus, kompostiert mit den Früchten anderer zu Neuem auf höherer Stufe, was wiederum Nährboden für die erneut inkarnierten Geister gibt. So geschieht Fortschritt. Uraltes, spirituelles Wissen, das von den Teilchenforschern nun bestätigt wird. Nicht nur durch das Aufstellen dieser Statue, sondern u.a. durch ein Video, das den Tanz des Lebens zeigt.

Dance of destruction / CERN

Wollen uns “knallharte” Wissenschaftler etwa sagen, dass unsere Welt keine atomare Maschine ist, sondern der Tanz von Göttern? Dass hinter der Dreiheit im Atom, bestehend aus Elektron (Minus), Proton (Plus) und Neutron (Mitte) eine höhere Wirklichkeit steht, von deren Existenz alle spirituellen Traditionen vor uns berichteten? Hmmhhh….

Weiter zur ausführlichen Version von Wege aus der Krise

Thomas C. Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

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