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Die sogenannte Gründerzeit (1)

Serie “Augenöffner” (Teil 3)

Gab es tatsächlich eine Gründerzeit ab 1870? Oder sind diese Bauten wesentlich älter? Nichts ist wie es scheint.

Diese Artikelserie baut inhaltlich aufeinander auf, deshalb lies am besten von Anfang an. Bitte beachte: mir geht es nicht um Beweisführung, sondern zu eigenen Nachforschungen und einer Diskussion anzuregen.

In Scharen wälzen sich Touristen durch die Städte, emsig die Sehenswürdigkeiten knipsend. Ah, Renaissance, erbaut vom König so und so im Jahre bla bla bla…

Aha, so war das also, dann ist ja alles klar!

Zutiefst befriedigt, wieder etwas wichtiges “gelernt” zu haben, fällt uns nicht im Traum ein, die offiziell abgesegneten Infos könnten falsch sein.

Wissen oder blinder Glaube?

Ist es nicht eigenartig, dass wir durchaus hellhörig werden, wenn die Autowerkstatt 500 Euro für das Wechseln des Luftfilters verlangt, aber ansonsten kritiklos hinnehmen, was irgendwelche “Autoritäten” von sich geben? Ja, auch ich wäre niemals auf die Idee gekommen, die Jahreszahlen auf den Giebeln könnten lügen, also dass sie

  • entweder eine gezielte Täuschung sind,
  • oder sich nicht auf die Erbauung des Hauses beziehen, sondern auf dessen Renovierung.
Achte auf die Wetterfahne!

Seit ich um die mudflood-Thematik weiß, sehe ich zum ersten Mal genau hin und stelle Fragen, z.B. wie lange es eigentlich braucht, um ein Gebäude wie das Leipziger Reichsgericht (heute Bundesverwaltungsgericht) zu bauen. Reichen dafür die offiziell angegebenen 6,5 Jahre, von 1888-1895?

Quelle: wikipedia

Oder was ist mit dem damals weltberühmten, über 200 Meter hohen Singer-Building?

Singer-Building

Schneller als die Heinzelmännchen

Angeblich soll es in nur 2 Jahren gebaut worden sein (1906-1908), ohne Maschinenunterstützung versteht sich und inklusive dieser extrem aufwändigen, meisterlichen Innenausstattung. Echt jetzt?

Singer-Building Innen

Ein Gebäude mag ja noch angehen, weil da vielleicht 1000 Arbeiter Tag und Nacht gearbeitet haben, wie dies beim Biltmore-Estate angeblich der Fall gewesen sein soll, wie hier nachzulesen ist.

Mir ist zwar nicht ganz klar, wie tausend Handwerker sich nicht ständig im Weg stehen und bei der Arbeit behindern, aber akzeptieren wir das Geschichtlein mal.

Nimmt man jedoch alle Bautätigkeiten in den Blick, die es in einer Stadt in einem bestimmten Zeitraum gegeben haben soll, wird es schnell lustig.

In diesem Artikel hat jemand recherchiert, was in Seattle nach dem großen Brand von 1889 geschah. In fantastischen 18 Monaten sollen dort 5.625 Gebäude errichtet worden sein! Das wäre schon bei kleinen Reihenhäusern eine klasse Leistung, aber wir sprechen hier von solchen Monstern:

Die sogenannten Raubbarone

Das wohl beste Video zu solchen “Wundern” bietet das nachfolgende Video, das anzusehen ich nur wärmstens empfehlen kann. Der Autor zeigt auf, wie absurd die Geschichtlein sind, die über deren angebliche Erbauung inklusive Abriss nach kurzer Zeit erzählt werden. In einem Seitenstrang werden auch die Feuerstellen / Kamine behandelt, die ganz offensichtlich nicht für das Verfeuern von Holz konstruiert oder gedacht waren. Mehr Infos hier.

Mud Flood Mansions and the Gilded Age Deception

Was fangen wir nun mit all dem an? Nun, wenn es schon im 19. Jahrhundert eine Technik gab, diese riesigen Gebäude ohne Kohle, Öl oder Holz zu beheizen, und sie außerdem zentral zu klimatisieren, dann heißt das: wir sind keineswegs fortschrittlich, sondern leben in der Steinzeit! Alle Diskussionen über Umweltverschmutzung, Ölverknappung u.v.m. sind absolut überflüssig, denn mit ziemlicher Sicherheit wissen die hohen Kreise um diese Technik.

Sie halten uns also absichtlich sowohl in Unwissenheit, als auch in einem nicht notwendigen Überlebenskampf.

Andererseits ärgere ich mich über mich selbst, wie ich all diese niedlichen Geschichten glauben konnte, und mich so leicht für dumm verkaufen ließ. Das zuzulassen wirkt nämlich einschläfernd auf die eigene Psyche! Wie wir im übernächsten Artikel sehen werden, bekamen wir nicht ohne Grund so viele Western zu sehen, wo eben – extra für uns Kinder – Cowboy und Indianer gespielt wird. Der sogenannte Westen war keinesfalls wildes, unbesiedeltes Land, sondern Heimat einer hochentwickelten, jetzt verschwundenen Kultur. Gegen sie nimmt sich das heutige Amerika mit Fast Food & Co. wie das Neandertal aus, bevölkert von dummen Barbaren.

Halten wir fest:

  • diese Gebäude müssen lange vor der Gründerzeit gestanden haben,
  • wer sie erbaut hat, ist unklar,
  • sowohl die Ausmaße als auch die Ausstattung sprechen für überlegenes Wissen, das der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.
  • die upper-class von heute, die von vielen so bewunderten Reichen und Mächtigen, sind die Nachfahren von Räubern. Sie schufen das Märchen von der vergoldeten Zeit, die in Wahrheit der Beginn einer weltweiten Sklaverei sondergleichen war und bis heute ist.

Weiter zu Teil 4

Erzähl es weiter!
Thomas Christian Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

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Sydney - 2. Februar 2021

Das ist eine wunderbare Website.
Hier wird so einiges abgedeckt von dem ich mich schon immer gefragt wie das möglich war.
Ich interessiere mich für alte Architektur und habe mich schon früh gefragt wie die das damals gemacht haben ?
Heutzutage ist man nicht mal in der Lage einen 4 eckigen Kasten zu bauen, der länger steht.
Wenn ich bei Unterhaltungen Venedig erwähne heißt es -immer-, aber jetzt zerfällt es.
Meine Antwort; Ja und ? Wie lange steht es schon und wer war in der Lage so etwas zu bauen ? An dieser Stelle ist das Thema dann immer beendet.
Auch die Weltausstellungen haben mich immer fasziniert.
Die Hintergründe der Mudflood und die leeren Städte …. Ich wünschte man bekäme darauf mal Antworten.

Antworten
    Thomas Christian Liebl - 2. Februar 2021

    Hi Sydney,
    danke für den Kommentar!
    Ja, Fragen über Fragen, aber vielleicht sind die viel wichtiger als die Antworten. Dass wir die Augen aufmachen, uns verwundert umblicken und alles in Frage stellen – beginnend bei den “Autoritäten” und unserer Neigung, alles zu glauben. Aber auch uns selbst gilt es zu hinterfragen, warum wir hier sind und in welche Zukunft wir wollen.

    Wie Du so schön sagst, fällt erst durch den Vergleich auf, wie armselig die heute produzierten Bauten sind. Ich kenne viele, die Loblieder auf die gute alte Platte(nbau) singen, unfähig, sie nüchtern als das Armutszeugnis zu erkennen, das sie ist.

    … und Venedig: nur eines von unzähligen Geheimnissen. Allein für den Dogenpalast sollen die Millionen meterlange Baumstämme in den Boden getrieben haben. Wer´s glaubt, wird selig. Viel eher ist die Stadt auf dem Festland erbaut worden, und dann stieg der Wasserspiegel an. Siehe hier: https://stolenhistory.net/threads/artificial-islets-starfort-satellites-lagoon-gates.1379/#post-2919

    herzlich
    Thomas Christian

    Antworten
Reinhard - 26. Februar 2021

Danke Herr Liebl für Ihren interessanten Artikel.
Als ehemaliger Waldorfschüler halte ich es gerne mit Rudolf Steiner: “Für die Zukunft ist viel wichtiger, was die Menschen denken, als das, was sie tun. Denn Gedanken werden im Laufe der Zeit Taten.”
Selber denken als Devise.
Ich danke für die Mühe die Sie sich mit dem Recherchieren gemacht haben.
Einige Seiten muss ich noch lesen und darüber nachdenken 😉
Gruß,
Reinhard

Antworten
    Thomas Christian Liebl - 28. Februar 2021

    Ja Reinhard,
    das mit dem selber denken sehe ich genauso. Gar nicht auszudenken es realisiert sich alles, was wir so denken 😉
    Ich bin gespannt, welche Ergebnisse das Nachdenken zeitigt. Gerne mitteilen!

    herzlich
    Thomas Christian

    Antworten

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