Die Angst vor Inflation als Beherrschungs-Instrument

Die Angst vor Inflation ist unbegründet. Sie wird gezielt geschürt, um der Masse ihr Recht auf Teilhabe vorzuenthalten.

Geschieht Inflation automatisch?

Im Artikel Über Geld und das Recht zu leben führte ich zwei ungewöhnliche Sichtweisen ein:

  1. dass Geld vor allem ein Anrechts-Schein auf Konsum ist,
  2. und dass dieses Geld problemlos gedruckt werden könne, ohne eine Inflation befürchten zu müssen.

Nun wird aber überall behauptet, die Ausweitung der Geldmenge führe automatisch zu einer Inflation! Das weckt Bilder aus den 20er Jahren, wo man mit Schubkarren voller Geld zum Einkaufen ging. Das will natürlich niemand, das macht Angst.

Ich schätze mal, dass es genau darum geht, denn Angst lähmt das klare Denken.

Sehen wir mal davon ab, dass die Hyperinflation von damals schlecht zu verallgemeinern ist, weil sehr spezielle Faktoren eine Rolle spielten, wie die Verpflichtung Deutschlands zu horrenden Reparationszahlungen in Gold, künstliche Abwertung der Währung aus dem Ausland etc. Das müssten wir gesondert betrachten.

Bei der Recherche fiel mir auf, dass Beiträge zur Inflation stets so kompliziert geschrieben sind, dass keine S.. was versteht. Gönne Dir mal folgende Erklärung aus dem Wirtschaftslexikon:

„Bei der nachfrageinduzierten Inflation resultiert der das Preisniveau steigernde Impuls aus einer das gesamtwirtschaftliche Angebot übersteigenden Nachfrage von privaten und öffentlichen Haushalten, Unternehmen und dem Ausland. Durch die Steigerungen des Preisniveaus kommt es zu einer wertmäßigen Anpassung zwischen Angebots-und Nachfragemengen, die inflatorische Lücke wird geschlossen.“

Alles capito? Ich musste diesen Satz öfter lesen, und konnte auch dann nur ahnen, was er wahrscheinlich aussagen will. Die Kernaussage ist simpel, nämlich dass es hier und anderswo immer dann zu einer Inflation käme, wenn viele Kaufwillige wenigen Produkten gegenüberstehen.

Der Volksmund nennt das: wenn zwei sich streiten, nutzt es der Dritte aus.

Ein Beispiel: kurz vor Schließung des Wochenmarktes wollen 10 Leute das letzte Körbchen mit Erdbeeren. Dadruch, so wird behauptet, erhöht sich automatisch der Preis der Erdbeeren.

Menschen machen Inflation

Die Betonung liegt für mich auf dem „automatisch“. Wie ich bereits hier darlegte, sehen wir uns ja nur noch als Sklaven einer Wirtschaftmaschinerie, die vollautomatisch nach ihren eigenen Gesetzen abläuft. Menschen können da (angeblich) nur minimalst eingreifen.Wie sähe das also in der Praxis aus, dieser automatisch steigende Preis?

Der Erdbeerverkäufer geht kurz mal austreten; als er wiederkommt, steht auf seinem Preisschild plötzlich nicht mehr 2 Euro / Kilo, sondern 4 Euro. Potztausend!! Ein magischer Vorgang!

Der „Markt“ hat eingegriffen, einen Stift zur Hand genommen und den Preis geändert.

Verzeih, wenn ich mich da etwas lustig mache, aber so wird es uns doch verkauft! Was passiert in Wahrheit? Der Erdbeerverkäufer erkennt einfach die günstige Gelegenheit: die da sind so scharf auf meine Früchte, dass sie wahrscheinlich mehr bezahlen werden. Er erhöht also den Preis! Kein Markt-Mechanismus tut das, sondern wir Menschen.

Deshalb kosten Hotelzimmer zur Messezeit ja auch immer viel mehr als an normalen Tagen, und deshalb werden teils irre Preise z.B. bei Kunstauktionen erzielt. Der Vorgang ist immer der gleiche: wo viele nach etwas gieren, kann der Verkäufer die Gier ausnutzen.

Was im Kleinen passiert, geschieht auch im Großen: Leute spekulieren mit Lebensmitteln und Rohstoffen, und treiben dadurch den Preis künstlich in die Höhe. Sie sind es in erster Linie, die die Spirale in Gang setzen, denn jetzt ist der Erdbeerverkäufer gezwungen, seine Preise anzuheben, der Bäcker usw. So gesehen ist es ein Automatismus, aber Menschen lösen ihn aus!

Vernebelung

Höchst interessant finde ich, wie geschickt diese Tatsache vernebelt wird. So schreibt etwa die Bundesbank:

Zudem ließen zwischen 1973 und 1981, insbesondere in den beiden Ölkrisen 1973/74 und 1979/80, zahlreiche Preisschocks bei Öl und Nahrungsmitteln die Inflationsraten immer wieder nach oben schnellen.

Preis-Schocks also! Aha, das klingt mal wieder nach einer höheren Gewalt, einem Naturereignis. Dass hier Spekulanten gezielt eine künstliche Verknappung herbeiführen, wird natürlich nicht erwähnt. Vielleicht deshalb, weil die Bundesbank selbst einer der größten Spekulanten ist?

Bleiben da noch Fragen offen, nach diesem erschütternden Beitrag?

Nun sind solche Spekulationen ja vielleicht unmoralisch, aber keineswegs illegal! Sie sind einfach die konsequente Folge der unseligen Überzeugung, der Mensch sei ein Tier und deshalb sei es gut und erstrebenswert, wenn alle gegeneinander kämpfen. Möge der Stärkste gewinnen! (ausgeführt in den Grundlagen)

Auswege

Wie ändern wir diese Zustände?

Nun, zum einen durch Besinnung darauf, was des Menschen würdig ist. Konkreter dann durch ein Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Grundstücken. Das Gegeneinander von sogenannten Verbrauchern und Produzenten muss dem Gespräch weichen, in dem der produzierende Teil der Gemeinschaft sich mit dem Rest abspricht.

Dies geschieht bereits, etwa in der solidarischen Landwirtschaft . Zitat wikipedia:

Als Solidarische Landwirtschaft wird eine Form der Vertragslandwirtschaft bezeichnet, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem Partner-Landwirt kooperiert.

Menschen, die essen wollen, beauftragen also einen Landwirt mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln und sichern ihn finanziell ab! Das ist der neue Weg. Mehr Informationen z.B. hier. Solange besagte Gespräche – getragen von einem Gemeinschaftsgeist – stattfinden, müssen wir keine Angst vor Geldentwertung haben. Diese passiert nur in einem System, das die Manipulation von Preisen ermöglicht und fördert.

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Thomas C. Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

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