Der geistige Hintergrund von Weihnachten

Den christlichen Sinn von Weihnachten neu zu fassen ist nicht nur für den Einzelnen wichtig, sondern auch für das Überleben christlicher Kultur in Europa. Geht sie unter, dann die Freiheit mit ihr.

Ich hänge das Thema Weihnachten mit Absicht so hoch auf, weil es hier um wesentlich mehr geht, als nur um die Behauptung oder Bewahrung einer Religion. Denn der Kern des Christentums war und ist die Entwicklung und Förderung individueller Freiheit.

Frei denken? Na klar!

Hier in Mitteleuropa sind wir es gewohnt, uns als Individuen zu empfinden, zu denken und zu handeln. Wir fühlen uns nicht zuerst der Sippe oder einer diffusen (Fußball-) Nation verpflichtet, sondern dem eigenen Ermessen und Gewissen. Dies können und dürfen wir hier leben, weil, z.B. in Form unveräußerlicher Grundrechte, entsprechende Rahmenbedingungen existieren. Diese wurden im christlichen Kulturraum über Jahrhunderte erkämpft, und ermöglichten eben jenen Nährboden, auf dem Individualität überhaupt wachsen kann. Nicht ohne Grund wurde z.B. der Humanismus von europäischen Geistern ersonnen und in die Welt gebracht.

Diese Freiheit des Individuums wird in den meisten anderen Ländern und Kulturen auf der Welt nicht gefördert und gewollt, sondern oft bekämpft.

Gerade der Islam, der ja angeblich zu Europa gehört, verlangt unbedingte Unterwerfung unter das Gebot des Gottes. Der Einzelne ist nur Teil eines größeren Ganzen, und sein Schicksal vorbestimmt.

An dieser Stelle möchte ich Dich fragen: würdest Du es begrüßen, Dich wieder unterordnen zu müssen, und die Freiheit der eigenen Meinung, Wahl des Lebensweges, Religion etc. aufzugeben? Vor diese Frage sind wir gerade alle gestellt, denn um was geht es bei der lautstark geforderten Toleranz gegenüber Muslimen? Geht es wirklich „nur“ um das Verbannen christlicher Symbole aus dem öffentlichen Raum, oder keine kurzen Röcke mehr zu tragen?

Nein, es ist der Beginn eines Kniefalls vor einer vorindividuellen, und damit unchristlichen Lebensauffassung!

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, was denn das Christentum mit Freiheit zu tun haben soll? Die wurde doch gerade von der Kirche unterdrückt, wo flugs auf den Scheiterhaufen kam, wer anders dachte! Das ist in der Tat so, aber wir müssen eben lernen, zwischen der Kirche und ihrem Begründer – dem Christus – zu unterscheiden.

Nun kommen wir zum Kern: was wissen wir christlichen Abendländer über diesen Christus, außer dass sich Parteien nach ihm benennen? In der Kirche höre ich immer nur was von Jesus, dem sanftmütigen, schlichten Zimmermann aus Nazareth. Ein Revoluzzer, sagen andere, aber Sohn Gottes, unser Erlöser gar? Und wer war das Kind in dieser Krippe noch gleich, die wir zu Weihnachten routinemäßig aufstellen?

Ist ja auch nicht so wichtig, Hauptsache es gibt Gänsebraten.

Falls Du meinen Beitrag über „die Entwicklung der Menschheit aus geistiger Sicht“ noch nicht gelesen hast, hier eine kurze Erinnerung: wir Menschen mussten uns von Gott absondern, weil es unsere Bestimmung ist, ihn zu erkennen. Der Preis der Eigenständigkeit ist aber Gottverlassenheit, die im Laufe der Geschichte immer mehr zugenommen hat. Ein Odysseus konnte sich mit Göttin Athene noch unterhalten, denn er nahm sie wahr!

Einst, so schrieb ich, verließen wir das Paradies (der seligen Verbundenheit mit allem), und nahmen Form an. Die physische Dimension wurde unsere Heimat, die Mutter Erde. Sie gab und gibt uns die Möglichkeit, uns in einem Körper von der Außenwelt abzuschließen. Durch diese Absonderung können wir uns der Schöpfung gebenüberstellen und einen eigenen Standpunkt entwickeln.

Nun tauchte eine Gefahr auf: wir haben das physische Dasein nämlich so lieb gewonnen, dass wir von Gott und der geistigen Welt nichts mehr wissen wollen.

Wir betrachten schmerzliche Erfahrungen nicht mehr als Lehrmeister und Helfer zur moralischen Vervollkommnung. Nur noch gesund sein zählt, und am besten ewig leben!

Inzwischen bastelt man schon daran, unseren Geist in Maschinen zu transferieren, damit wir hier im Irdischen bleiben können.

Eine nette Idee, die uns aber das Seelenheil kosten wird!

Denn wir sind nunmal geistige Wesen, ausgezogen, Gott-Erkennende zu werden. Verweigern wir es, aus der Gottverlassenheit heraus zu einem neuen Sehen der geistigen Welt zu finden, dann werden wir in die Materie verbannt. Dann werden wir zu so etwas mutieren wie die Orks im Herrn der Ringe.

Um diese Gefahr zu bannen ist Christus gekommen. Er ist ein hoher Weltengeist, der sich der Menschen erbarmte. Er ist selber Mensch geworden, und hat mit den Kräften gerungen, die uns an das irdische Dasein geistig-seelisch fesseln wollen. Deshalb stieg er hinab in das Reich der Toten, und besiegte den Tod – nicht den irdischen, aber den geistigen. Durch Christus steht den Menschen die Pforte ins Paradies wieder offen, die sich schon (fast) geschlossen hatte.

Die Tat und das fortwährende Wirken des Christus gibt uns die Möglichkeit, ICH zu bleiben, ohne in übersteigerten Egoismus zu verfallen. Dieses neue, verwandelte ICH hat es nicht mehr nötig, sich abzuschließen, weil es nun in sich selbst ruhen kann. Von diesem stabilen Zentrum ausgehend können wir nun die Sünde, die Absonderung wieder rückgängig machen. Oder anders: wir können lernen, zu lieben, und zwar die ganze Menschheit und alle Geschöpfe.

An dieses Geschenk des Christus erinnern wir uns an Weihnachten, und preisen den Erlöser. An diesem Fest der Liebe können wir in uns gehen, und den Vorsatz für das kommende Jahr erneuern:

So viel Verständnis aufzubringen, Verzeihen und liebevolle Zuwendung wie nur irgend möglich.

Doch nicht aus Gehorsam gebenüber der Sippe tue ICH das, weil Gott mich strafen könnte oder weil man das halt so macht als „guter“ Christ; ich tue es aus freier Einsicht. Denn ICH bin nicht mehr getrennt von der Schöpfung, weil ich dank Christus endlich wieder empfinden kann, dass WIR zueinandergehören.

Der Boden, auf dem diese Fähigkeit wuchs, ist das christliche Abendland. Wenn diese Kultur stirbt, weil wir uns dem vor-individuellen Islam beugen, dann zum Schaden der ganzen Welt. Denn diese wartet darauf, die von uns Dichtern und Denkern entwickelte Kunst zu lernen: wie man den Weg aus Rasse und Sippe zum Individuum findet, das sich der ganzen Menschheit liebend verpflichtet fühlt.

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​Das Beste zur Aufgabe Deutschlands und nötige Zukunftsimpulse. ​
Vorträge von Axel Burkart. 

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Thomas C. Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.